Caretta Caretta

Die Caretta Caretta (Unechte Karettschildkröte) ist noch immer eine der am häufigsten vorkommenden Wasserschildkröten die es gibt. Sie ist in allen tropischen und subtropischen Meeren zu finden. So auch im Mittelmeer. Zakynthos, und hier vor allem die Bucht von Laganas, zählen zu den wichtigsten Brutstätten im Mittelmeer.
Ihr Rückenpanzer wird bis zu 120 cm lang, und sie erreicht ein Gewicht von bis zu 110 kg. Sie ernähren sich hauptsächlich von Quallen, Seeigeln und Krebsen. Wie alle Reptilien atmet sie über die Lunge und kommt deshalb während des Schwimmens regelmäßig an die Wasseroberfläche um Luft zu holen. Ohne weiteres kann sie jedoch mehrere Stunden unter Wasser verbringen, zB zum Schlafen.

Aufgrund ihres Fettes (zB für Kosmetika), des Fleisches und der Eier wurde diese Art in den vergangenen Jahrzehnten intensiv gejagt, wodurch sie heute vom Aussterben bedroht ist. Der WWF und der griechische Schutzbund ARCHELON (the sea turtle protection society of Greece – gegründet 1983) bewachen nun bereits seit einigen Jahren die Eiablagestrände und klären vor allem die Touristen darüber auf, was für den Erhalt dieser besonderen Tierart beachtet werden sollte.
Die Strände von Laganas, Kalamaki, Vasilikos, Dafni, Sekania sowie die Inseln Marathonissi und Pelouzo zählen zu den wichtigsten Biotopen der Caretta Caretta im gesamten Mittelmeerraum. Besonders an diesen Stränden finden wir kleine Drahtgehege wie umgekehrte Körbe. Sie kennzeichnen ein Nest in dem sich Schildkröteneier befinden.
Seit 1999 gibt es nun den „Zakynthos National Marine Park“ (ZNMP), der, gemeinsam mit den lokalen Behörden, einen Maßnahmenkatalog zum Schutz der Tiere entwickelt hat. So gelten vor allem in der Bucht von Laganas (von Keri bis Gerakas) besondere Gesetze für die Bebauung von Grundstücken, das Verhalten an den Stränden sowie Führen von Wasserfahrzeugen.
Wenn die Weibchen ein Alter von 20 bis 30 Jahren erreicht haben werden sie geschlechtsreif. Die Eiablage erfolgt von Mai bis August. Währenddessen kommen die Weibchen nachts an den Strand, graben ein etwa 50 cm tiefes Loch in den weichen Sand, legen bis zu 120 tischtennisballgroße Eier ab und bedecken diese zur Tarnung wieder mit Sand. Dieser Vorgang kann in einer Saison bis zu drei Mal wiederholt werden. In der Regel legt ein Weibchen seine Eier dort ab, wo es selbst geboren wurde. Dieses empfindliche System wurde vor allem am Strand von Laganas erheblich gestört. Sie meiden diesen Strand mittlerweile völlig, da der Rummel und das Treiben dort viel zu groß sind. Bevor der Tourismus auf der Insel begann, war dieser Strand eine der größten Brutstätten auf Zakynthos.

Werden die Weibchen bei der Eiablage durch Lichter, Geräusche oder Hindernisse (zB Tavernenbeleuchtung, Liegen, Sonnenschirme etc.) gestört, legen sie keine Eier ab. Sie versuchen dann allenfalls noch in einer der folgenden Nächte auf einen nahe gelegenen Strand auszuweichen, gelingt dies wieder nicht, verlieren sie ihre Brut im Meer.
Meist kommen die 3 bis 5 cm großen Schlüpflinge nachts aus dem Sand und orientieren sich an der am hellsten leuchtenden Fläche – dem im Mondlicht glänzenden Meer.
Laufen die Kleinen in die falsche Richtung durch die Lichter diverser Hotels, Tavernen etc. trocknen sie aus und sterben qualvoll. Neben dieser durch den Menschen verursachten Gefahr, sind die Jungtiere mit ihrem noch weichen Panzer aber auch durch natürliche Feinde wie Seevögel und größere Fische bedroht. Man schätzt, dass von 1000 geschlüpften Schildkröten nur eine einzige das Erwachsenenalter erreicht.

Verhaltensmaßnahmen an den ausgewiesenen Niststränden:
- der Aufenthalt zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang ist untersagt
- Lichtquellen, die von der Küste aufs Meer leuchten, sind verboten (Autoscheinwerfer, Taschenlampe, Blitzlicht etc.)
- Graben im Sand (Sandburgen etc.) kann Gelege zerstören oder auch zur tödlichen Falle für die frisch geschlüpften Jungtiere werden
- Sonnenschirme im Sand können Gelege, die sich darunter befinden, zerstören, auch vermindert deren Schatten die Temperaturen im Sand, so dass die natürlichen Bedingungen des Reifens und Schlüpfens stark verändert werden
- Sonnenschirme und Liegestühle sind an allen Niststränden verboten mit Ausnahme einiger genau festgelegter Abschnitte in Kalamaki und Gerakas
- die um die Gelege aufgestellten Schutzzäune dürfen nicht entfernt werden
- keine frisch geschlüpften Jungtiere berühren, sie müssen unbedingt den Weg ins Meer allein bewältigen, so hart es klingt
- was die Bootsbenutzung angeht, muss sich unbedingt an die geltenden Bestimmungen gehalten werden
- Strände und Wasser bitte sauber halten, da nicht selten Schildkröten die Plastiktüten mit Quallen verwechseln, die ihnen als Futter dienen und dies zu einer tödlichen Verstopfung des Darms führen
- für weitere Informationen besuchen Sie die Informationsstellen, die an verschiedenen Stränden in Betrieb sind, oder erkundigen Sie sich beim Verwaltungszentrum des Marine Parks in Zakynthos-Stadt
Durch die ganzen Schutzmaßnahmen in den letzten Jahren zählt man heute auf den ca. 5 km langen Niststränden immerhin wieder durchschnittlich 1300 Gelege pro Sommer.
Verordnung über die Befahrung der Bucht von Laganas mit Booten:
Meereszone A: Diese Zone darf von Booten und Wasserfahrzeugen nicht befahren werden. Desweiteren ist es hier verboten, zu ankern oder mit irgendwelchen Mitteln zu fischen.
Meereszone B: In dieser Zone beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Boote und Wasserfahrzeuge 6 Knoten. Es ist zudem verboten, zu ankern oder anzulegen.
Meereszone C: In dieser Zone ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Boote und Wasserfahrzeuge 6 Knoten.
In Dafni befindet sich ein sehr interessantes Museum, das dem Besucher alles Wissenswerte über diese Wasserschildkröte verrät (www.nmp-zak.org).



20. Jun, 2011 







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