Karneval

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Wer das erste Mal – vielleicht sogar zufällig – in der Karnevalszeit auf Zakynthos ist, wird dem bunten Treiben mit etwas Verwunderung gegenüberstehen. Es hat so gar nichts von dem was man erwartet hätte. Was jedoch hätte man erwartet? Ein Dreigestirn? Schlipse, die abgeschnitten werden? Ein Funkemariechen?

Es scheint unbestritten, dass der Karneval auf Zakynthos auf die Herrschaft der Venezianer zurückgeht. Man vermutet, dass er eine Nachahmung des venezianischen Karnevals ist. Etwa um 1611 herum, nach dem Fall von Handakas (Heraklion), flüchteten viele Künstler nach Zakynthos und prägten das kulturelle Leben auf der Insel nachhaltig.

Die Karnevalszeit erstreckt sich über insgesamt fast 3 Wochen. Bereits aus dem 17. Jahrhundert ist überliefert, dass die Menschen sich maskierten und bei den sog. „Omilies“ vergnügten. Hierbei handelt es sich um Volkstheaterstücke mit Gedichten und satirischen Abhandlungen von aktuellen politischen Themen. Dabei durften jedoch nur die Männer partizipieren.  Auch in den weiblichen Rollen. Eine Tatsache, die auch den nördlichen Europäern geläufig ist, die in ihrem Dreigestirn Prinz, Bauer und Jungfrau haben.

Carnival in Zakynthos 8

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war der zakynthische Karneval sehr berühmt, Besucher vom Peleponnes und aus dem ganzen Land kamen zu diesem Anlass auf die Insel. Danach geriet die Tradition allmählich in Vergessenheit, bis sie in den letzten Jahren erfolgreich wiederbelebt wurde.

Der Karneval beginnt in jedem Jahr am Sonntag der Zöllner und Pharisäer, dem fünften Sonntag vor Beginn der österlichen Fastenzeit. In den drei Wochen vor dem Rosenmontag verabschiedet man sich vom Fleischessen (lat. carne=Fleisch und vale=verabschieden), ihnen folgen 40 Tage des Fastens als Vorbereitung auf das Osterfest.

Höhepunkt ist der eigentliche Karnevalssonntag. Mittags wird zu Hause ein traditioneller im Ofen gegarter Braten mit Kartoffeln gegessen, dann geht man mehr oder weniger verkleidet in die Stadt, um den närrischen Umzug anzuschauen. Anschließend wird auf dem Markusplatz eine aus Stoff und Stroh gebastelte Puppe mit viel Pomp verbrannt, die Masken werden symbolisch bestattet – der Karneval ist vorbei, und die Kirchenglocken künden den Beginn der Fastenzeit an.

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Doch Griechenland wäre nicht Griechenland, wenn man nicht dieses an sich traurige Ereignis mit einem kleinen Fest begehen würde. Am darauffolgenden ”sauberen Montag” – früher waren die Hausfrauen einen Tag lang damit beschäftigt, Küche und Haus von den Spuren des Karnevals zu säubern – macht man einen Ausflug ans Meer oder in die Berge und packt dort den Picknickkorb aus, der etliche Köstlichkeiten enthält: Maroúli-Salat (ein in Streifen geschnittener Blattsalat), frische Zwiebeln, jede Menge Meeresfrüchte und in Essig eingelegtes Gemüse. Dazu isst man die Laganá, ein längliches, flaches, mit viel Sesam bestreutes Brot, dass nur an diesem Tag gebacken wird.

Dieses Jahr fallen das katholische und das griechisch-orthodoxe Osterfest zusammen und somit feiert man auch das Karnevalsfest zur gleichen Zeit.

Termine 2011:

Tsiknopempti: Donnerstag, 24. Februar

Piccolo Karneval: Sonntag, 27. Februar

Kathera Deftera: Montag, 7. März

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